Nach dem Frühlingsgewitter

Nach_dem_Frühlingsgewitter.jpg
(Acryl auf Leinwand, 150 x 100 cm)

Abziehendes Gewitter Gegen eine dunkele, dumpf verrollende, schrägschwarz abziehende Wetterwand, aus der mich noch die letzten schweren, stürzenden Schlossen treffen, plötzlich, die Luft wird licht, die Lachen flimmern, der gärende, wählende, weißgrau brodelnde Himmel über mir jählings, zerreißt, sprühblitzt ... die Sonne! Jagende Wolken! Blendendes Blau! Ins grüne Gras greift der Wind, Silberweiden sträuben sich. Den Kopf vorgeduckt, die Augen fast zu, den Hut in die Stirn, kämpfe ich mich durch den fegend sausenden, stürmisch brausenden, entfesselt tobenden Frühlingsaufruhr! Mit einem Mal, die Brust atmet auf, mein Mantel flattert nichtg mehr, ich blicke erstaunt um mich alles ... still. Der ganze Spektakel, Lärm und Tumult, kein Blättchen rührt sich, kein Hälmchen schwankt, auch nicht das leiseste, sanfteste, zarteste Lüftchen mehr, wie weggeblasen! Erquickende, friedliche, glasklare Frische! Der Himmel glänzt, eine kleine Meise singt wieder, ich spüre wohligste Wärme. Auf einem jungen Erlenbaum, regenbogenschillernd, edelsteinfunkelnd, märchenbunt, leuchtwiegen, blinkdrehen, spiegelschaukeln sich spielschwebend, tanzhangende, seligkeitszitternde Tropfen! Arno Holz

... und du weißt es gar nicht mal, welche Hand die kleine kostbare Gabe gibt, solch lebendige Lebensfrische durchströmen zu lassen, welche sich als Dank in dir in die kleinen feinen Ritzen der aufgerissenen, dumpf riechenden Erdenlust sich legt und dich freier atmen läßt. Ich mag sie unheimlich, diese Stimmung: erst hat alles noch den Atem angehalten wie ein geducktes Tier, und plötzlich, als würden sich tausend Augen öffnen, finden sich Farben, Duft und Klang zum Lebenstanz und danken es in einem wonniglichem Kuß. Ich habe es gemalt, als würdest du in der Ackerfurche liegen, so klein und unbedeutend wie eine Ameise, den Duft der nassen schweren Erde riechen... Erst dort eröffnet sich dir im Gelb der Blumen ein Geheimnis, das nie wiederkehrt und doch immer da ist... Den Himmel habe ich so weit aufreißen lassen, obwohl er ja total bewölkt ist,daß du denkst, du siehst bis zum Orionnebel... Aber im Dunkelblau unter der Orionwolke sehnt sich alles nach der Erde in einem tiefen Kelch eines Veilchens, wie ein Sog, der deine Gedanken mit hineinzieht ... und du spürst, du selber bist dieser Kelch, der alles um sich aufnehmen will...

Und es ist verrückt, du fängst an zu malen und merkst, die Farben explodieren bei diesem Thema, und du bekommst selber Platzangst, da solche geballte Ladung sich auf der Leinwand tummelt und raus will...

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