Roter Sand...

(Bleistift, Rötel, Sepia auf Tonzeichenpapier, 42 x 29,7 cm)

Ein afrikanischer Junge mit ernstem Blick, dem Hoffnungsfeuer und der Lebensglut, die in den Träumen in seinen Augen tagen. Da gibt es noch das Afrika ... und sofort tauchen in den Vorstellungen die Bilder von Hunger, Unterdrückung, Armut und Menschunwürdigkeit auf... Der Kopf tief in seine viel zu großen, schon alternden Hände gelegt, die kräftig ihn tragen, ihn halten, wie in einer Wiege, eingebettet in Vertrautheit, in seine Heimat: die Büffelherden über dem brennenden Gras, ziehende Karawanen, die durch den roten Sand ins Jenseits die Träume von Gold und Elfenbein tragen, die urigen Schreie aus dem Dschungel, die Leben und Tod wecken, den dunklen Trommelruf, dessen Puls im Tanz sich wiederfindet. Er kennt noch Heimat... Ich hätte das Bild genausogut auch "Mensch" nennen können, hätte einen Europäer, Inder, Mongolen oder Lappen zeichnen können, denn zur Frage steht: Was ist der Mensch? Wann ist der Mensch wahrhaft Mensch? Was ist seine Heimat? Gezeichnet ist dieses Bild direkt für eine Ausstellung "Dritte Welt" - und so frage ich mich: Sind nicht eher wir die dritte Welt? Sind wir nicht verhungert an unserem eigenen Wesen, heimatlos, nur in dem Wahn nach mehr, mehr, mehr?! Verstümmeln wir nicht sogar unsere eigene Kultur, lassen unsere Sprache verkümmern? Liegt unser Erdengold nicht brach, treten wir es nicht mit Füßen, achtlos ohne Bekümmernis...? Was ist der Mensch? Was sind wir? Roter Sand...und ich hör die Trommel rufen...

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