Vergessene Schuld brennt schlaflos im Unvergessenen

(Acryl Mischtechnik auf Leinwand, 140 x 100 cm)

Mich hatte es bewegt, dieses Thema zu malen, da es ja eigentlich uns immer umgibt, in uns wohnt. Wir sind mit der Urschuld erbarmungslos verkettet ... keiner kann sich ihr entziehen, sich aus ihr davonstehlen... und doch will der Mensch sie am liebsten zurückweisen oder sogar leugnen. In der Schuld liegt soviel mehr verborgen: Sünde, Reue, Vergebung, Sühne, sich schuldlos fühlen, Abgrund, Anklage, blinde Masse, Scham, Angst, Qual, Urteil, Unschuld... Mir schien der einzige Weg, die Schuld in einem Gesicht darzustellen - ja, die Schuld sollte ein Gesicht bekommen, als Zeichen, daß sie nur individuell getragen werden kann. Zugleich kommt zugute, daß man in einem Gesicht unterschiedlichste Stimmungen, Gefühle und Charaktere vereinen und erscheinen lassen kann. Das Gesicht sollte etwas von der jungen Unschuld in sich bergen, die wir wohl im Schlaf alle haben...sprachlos, ausgeliefert, fragend, klagend und doch mit einer Spur von Liebe und Zuversicht. Über dem rechten Auge ist ein Zeichen eingebrannt, als hätte die Schuld ihren ewigen Kuß uns auferlegt. Wir können ihn nicht leugnen. Der dunkle Hintergrund hat Zugang durch den Mund: erst wenn wir sehen, können wir auch Dunkles wieder entlassen, darum öffnet sich das eine Auge, welches umfangen ist von einem unergründlichen Rot. Dazu habe ich das Rot in ein "altes" Rot gemischt, um eine dumpfe alte Urschuld darin aufleuchten zu lassen, die zum hellen, nicht ganz reinen Weiß der Unschuld im Kontrast steht. Der Altgoldfarbton verbindet Schuld und Unschuld in einem Ewigkeitsmoment, als wolle das Licht nie verlöschen, ein Licht, welches für eine Chance steht, eine Akzeptanz zur Schuld zu finden ... über den mühseligen Weg der Suche nach unserem wirklichen Selbst. Dazu brauchen wir Mut, Ehrlichkeit und Demut...

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