Uralte Sage...

Uralte Sage
(Acryl auf Leinwand, 120 x 120 cm) Manchmal ist die Nacht in ein sanftes Rot getaucht ... alle Klänge haben sich schwer in ein kleines Blümlein schlafen gelegt, der Atem der Erdmutter wacht lauschend über den Stirnen der Besessenen... Ich denke dann, ich selber träume in dem kleinen Blümlein und trinke den Kuß der verborgenen Sage, die uralt, fast vergessen und schaurig sich aus dem Stummen erhebt, am großen Hunger der leuchtenden Augen des Menschengeschlechts vorbei ... und doch mitten in ihr Herz, nur die Lippen zittern noch, wenn sie den Ton berührt. Die Quellen von Pein und Freude vermählen sich errötend im Mund zum Hauch der schmachtenden Lust. Ich höre es stöhnen durch Mark und Bein... Ein scharfes Klirren, so wie die Sense hart am Stein sich wetzt, gibt der erregend Röte im süßen Lied zum Mond einen bitteren Geschmack... Seltsam, der Mond, der sonst so fahl und teilnahmslos wie ein romantisch Inventar am Himmel hängt, schaut ernst mit strengem Gesetz, und alle Blicke senken sich in Tiefe, bis das innerste Mark in sengend Glut verbrennt. Vielleicht ist es das Geläut de Stille, das uns anspricht, berührt, in unserer Seele erst zum Klingen kommt...? Vielleicht ist es das, was uns in stillster Stunde faßt, als wolle das Leiden selber uns fassen, nicht nur die persönlichen Dinge - es muß alles fassen ... all das, das Schicksal sich nennt und die steilen Pfade des Hörens geht. Oh welche Mächte greifen in die Erde, wie eine Ahnung, daß sonst die wichtigen Bande verlorengehen... Der Himmel singt und keiner hört ihn... Nur in dem grünen Nebel liegt noch die Kunde... Ich seh' sie sich versammeln, als riefe die Erdmutter in das Geschehen, um in kommender Erinnerung alles wieder entflammen zu lassen.

Landschaften sind ja normalerweise nicht so sehr mein Thema, sei denn, aus ihnen schält sich eine besondere Stimmung heraus, die ich nicht anders vermag zu malen... Hier sollte die Stimmung aus einer längst vergangenen Zeit aufsteigen, vielleicht eine Zeit, da das Menschengeschlecht das Wort noch nicht kannte und doch ein Anklang darin schon steht, zu uns schon weht und uns immer schon begleitet, als erzähle es vom Anfang, weit vor unserem Beginn... Ich habe einen ziemlich glatten grünen Himmel gemalt, habe aber in das Glatte eine Struktur eingeflochten, die ihn porös wirken läßt; einen Himmel zum Anfassen und doch nicht zum Greifen, weil die Landschaft unterhalb viel tiefer geht. Die Bäume sind im Alt eines roten Weines, genauso die Wolken, die Quelle im Phosphorgrün, die sich in einem brauen See ergießt. Die Lichtquelle sind Sonne und Mond in einem....

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