Aussicht

(Bleistift, Kohle, Ruß, Tusche auf Tonzeichenpapier, 29,7 x 21 cm)

Aussicht ... welche Aussicht? Wohin? Die Frage über einen Ort? Über die Ortschaft? Oder über die Zeit...? Welche Zeit? Die Zukunft, die Vergangenheit, die Zeit, die uns in ihren Atem aus allen Richtungen einbindet? Was kommt da zu aus fremder Welt, das gleichsam Vertrauen und Furcht den Blick in das Ferne und anrührende Nahe schweifen läßt. Sucht der Blick die Quelle dessen, was den Weg ins Heile durch innere Welten öffnet, wo es doch draußen sich so anders anfühlt...? Daß selbst das Wissen sich unsicher ist...

Vielleicht deshalb ein Kind, offen für die Welt ... und doch ein Kind, gezeichnet von den tiefen Schatten der Landschaft in dem Gesicht, als läge darin das uralte Wissen der Ahnen, um nicht zu vergessen. Der Mund trägt ihre Geschichten, denen schon die alten Sterne gelauscht ... ein Erkennen bewegt sich im dunklen Gang, will ans Licht. Doch alles, was dem Geheimnis enthoben, stirbt als Geheimnis. Vielleicht deshalb zeigt das ungemütliche Gelb nicht das reine Strahlende der Sonne, sondern läßt darin etwas schwingen, was die Wächter der Sorge ruft. Auf welchem Gipfel wird das Mädchen mit den indianischen Knabenzügen stehen? Ich glaube, es ist kein gewöhnlicher Ort, und doch ist es der Ort, den wir in uns tragen. Es ist der Augenblick, in dem alle Zeit zu uns fließt und tiefe Aussicht uns gewährt, durch alle Welten, durch ihre tiefen Klüfte, die fernen Ufer, aber versunken in unserer eigenen Brust, daß der Atem vom Blumenduft singt und kahler Berg von uns nun trinkt - dann wird alles Gestalt und lebt... Nur ein Kind, es gewährt uns die Aussicht, die wir brauchen...

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